Mit Karl dem Kaefer und seinen Freunden hatten wir schon einen guten Start in den Dschungel, aber das Abenteuer ging natuerlich noch weiter - mit Wasserfallklettern. Dazu fuehrte Viktor, unser Dschungelfuehrer uns noch weiter in den Wald hinein, bis wir einen kleinen Bach, einen Nebenarm des grossen Rio Napo erreichten. Der war zwar auch fluessig, hatte sonst aber nichts von der Macht, die der Napo ausstrahlt. “Wasserfallklattern? Hier pass ja gerade mal mein kleiner Zeh rein. Das waer nicht mal fuer ein Papierboot spannend!” dachte ich enttaeuscht, aber es wurde doch besser. Den Umweg an das kleine Baechlein haben wir nur gemacht, um die Frucht zu finden, die uns ueberhaupt erst den Eintritt ins “Reich des Dschungelgottes” ermoeglichen sollte. Dieser passt naemlich sehr gut auf seine geliebten Waelder auf und laesst nur die Menschen unbeschadet wieder heraus, die sich mit dem roten Fruchtfleisch dieser besonderen Pflanze das GEsicht anmalen… Was davon nur Abenteuer fuer die Touristen ist und was die Menschen davon wirklich glauben lass ich mal offen, aber es hat auch wenn ich fuer den Rest des Tages (und auf allen Fotos!) wie ein Clown aussah Spass gemacht!
Den ganzen Tag kurz grinsen zu muesen beim Anblick der anderen - sowie immer angegrinst zu werden… - war eine Eigenschaft des Tages. Das andere Gefuehl, das ich volle 5 Tage lang nicht los geworden bin war ¡NASS! Egal wo ich war, egal was ich gemacht habe, der tropische Regenwald hat mit Wasser und Feuchtigkeit von allen Seiten seinem Namen alle Ehre gemacht. Ich wette, wenn Fische fliegen koennten haetten sie dort foehlich plantschend in der Luft ueberlebt!
Wie ein echter Fisch habe ich mich Wasserfallklettern gefuehlt. Nach dem kleinen roten “Schutzabstecher” kamen wir am richtigen Bach an - in dem ein Papierboot keine Chance mehr gehabt haette!. Da ich (nach guter Kartoffel- und Reiskur
) zum Glueck staerker bin als meine Papierflotte bin ich nicht untergegangen, musste aber auch das ein oder andere mal die Schwerkraft spueren und fand mcih innerhalb von Sekunden ein Stueckchen tiefer wieder… “Klettern” war hier wirklich Klettern. Zum Teil ueber Geroell unter der Wasseroberflaeche, zum Teil ueber Stein- und Schlammlawinen, zum Teil fast senkrechte Felswende hoch. Hui, da bin ich nicht nur einmal weggerutscht!
Das ist aber auch kein Wunder, denn statt mit unseren gut sitzenden, rutschfesten, atmungsaktiven,…Wanderschuhen stolperten wir den ganzen Weg in viel zu weiten, unbequemen, rutschigen Gummistiefeln. Warum? Das frage ich mich auch ncoh… Vielleicht um den Gott der Fische unter Wasser zu beruhigen? Damit der uns nciht beisst, weil wir eh schon genug leiden? Das koennte ich mir am ehesten vorstellen, denn vor nassen Fuessen haben die uns im halshohen Wasser nicht mehr geschuetzt!
So halshoch war auch das Wasser, als wir den groessten Wasserfall erreichten. Da kamen wir nur noch mit einem Seil als Hilfe und mit Aufbringen der letzten Kraefte hoch, aber das war es wert. Der Ausblick war gigantisch! Alles gruen mit Dschungelpflanzen und Lianen, ber blaue Fluss als klare Linie mittendrin und direkt unter uns die Lagune, in die machtvoll der Wasserfall donnerte, den wir gerade hochgeklettert waren. Das war ein tolles Gefuehl!
Dieses Gefuehl hatee mir als Belohnung schon gereicht und beim Anblick der unglaublichen Natur kamen auch langsam meine Kraefte zurueck, aber kaum hatten wir einen Moment da gesessen lockte der Guide uns mit den Worten “leckerer Dschungel-Kraft-Snack” zu einer grossen Pflanze. Das klingt exotisch - und war es auch! Statt Fruechten gab es ganz natuerlich auf dem Blatt serviert “Limonenameisen al la natura”…mmmh. Ein “Och danke, ich brauche keinen Powersnack, ich koennte das alles nochmal machen!” haette uns so erschoepft wie wir aussahen keiner geglaubt, da hiess es PROBIEREN! Tierchen in den Mund, kurz krabbeln lassen, draufbeissen und …mmmh! Fuer die Ameisen tuts mir leid, aaber es war echt lecker! Und so gestaerkt gings dann zum naechsten Trip weiter…





